Il dissoluto punito ossìa Il Don Giovanni
Seinem unstillbaren Drang nach neuen Liebesabenteuern folgend, ist der junge spanische Edelmann Don Giovanni nachts in die Gemächer der schönen Donna Anna, der Tochter des angesehenen Komturs, eingestiegen. Sein Diener Leporello muss draußen Wache halten, was jenem nicht behagt. Plötzlich stürzt Donna Anna hilfeschreiend aus dem Haus und versucht, den maskierten Verführer festzuhalten. Ihre Hilferufe wecken ihren Vater: Er fordert den Eindringling kühn zum Zweikampf heraus, unterliegt jedoch nach kurzem Kampf, tödlich verwundet. Don Giovanni und Leporello entkommen unerkannt in der Dunkelheit. Donna Anna, die ihren Bräutigam Don Ottavio zu Hilfe holt, kehrt kurz darauf an den Ort des Geschehens zurück und findet nur noch den Leichnam ihres Vaters vor. In ohnmächtigem Zorn nimmt sie Ottavio den Schwur ab, den Mörder zu finden und die Tat zu sühnen. Don Giovanni hält sogleich unbekümmert nach dem nächsten weiblichen Opfer Ausschau. Sein Blick fällt auf eine verschleierte Dame, die sich bei näherer Betrachtung als seine Ehefrau Donna Elvira entpuppt, die er drei Tage nach der Hochzeit sitzen ließ. Da er ihr Gezeter nicht hören will, überlässt er sie der Fürsorge seines Dieners. Der aber benutzt die Gelegenheit, um die arme Elvira noch mehr zu kränken, und liest ihr hämisch die lange Liste der Liebschaften seines Herrn vor. Bei einer bäuerlichen Hochzeitsgesellschaft spürt Don Giovanni sein nächstes Opfer auf, die junge Braut Zerlina, die er, trotz des Widerstands ihres Bräutigams Masetto, sogleich unter »persönlichen Schutz« nimmt. Ihr allein verspricht er die Ehe und glaubt sich schon am Ziel, als Elvira auftaucht und ihm in die Quere kommt. Kaum hat er diese neuerliche Schlappe verdaut, da erscheinen Anna und Ottavio und bitten ihn, sie bei der Suche nach dem »Mörder« ihres Vaters zu unterstützen. Doch erneut fährt die wütende Elvira Don Giovanni in die Parade und klärt das ahnungslose Paar über das wüste Treiben ihres Gatten auf. Giovannis merkwürdiges Verhalten aber nährt in Anna den schrecklichen Verdacht, dass er der Mörder ihres Vaters sei. Jetzt erst erzählt sie Ottavio die ganze Geschichte und fordert ihn auf, nunmehr Giovanni zu bekämpfen. Ottavio aber ist von dessen Schuld noch nicht überzeugt. Giovanni kündigt indes ein großes Fest an, auf dem er ein weiteres Dutzend Frauen verführen will. Er will es bei Zerlina noch einmal versuchen. Als Giovanni sich ihr nähert, versteckt sich Masetto in einer Nische. Giovanni bemerkt ihn erst im letzten Augenblick, überspielt seine Verlegenheit und nimmt beide auf sein Fest mit. Auch die adligen Gegenspieler Giovannis - Elvira, Anna und Ottavio - erscheinen maskiert auf dem Ball, um ihn zu überführen. Nachdem sie Giovanni mit einem »Hoch auf die Freiheit« begrüßt hat, führt jede Gruppe ihren standesgemäßen Tanz auf, und zwar alle gleichzeitig. Die Adligen tanzen ein Menuett, die Bauern einen »Teutschen«, während Giovanni mit Zerlina den neuen bürgerlichen Kontertanz beginnt, um sie gleich darauf in ein Nebenzimmer zu zerren. Ihre Hilferufe bewegen die Anwesenden endlich zum Handeln: Sie brechen die Tür auf, die Adligen lassen die Masken fallen, und aller Augen richten sich drohend gegen den Verführer. Giovanni versucht, die Tat zunächst auf Leporello zu schieben, entzieht sich dann, als dies keine Wirkung zeigt, dem Zugriff seiner Widersacher durch eine tollkühne Flucht.
Leporello will die Untaten seines Herrn nicht länger unterstützen, er wird von Giovanni mit einem Beutel Gold bestochen. Giovanni braucht ihn, um an sein nächstes Opfer heranzukommen. Leporello soll in den Kleidern seines Herrn Elvira ablenken, damit Giovanni, als Leporello getarnt, sich Elviras Kammerzofe nähern kann. Die Verkleidungskomödie gelingt. Als Leporello sich mit der liebestrunkenen Elvira entfernt und Giovanni seiner neuen Flamme ein leidenschaftliches Ständchen gebracht hat, wird er von einer Gruppe bewaffneter Bauern gestört, die mit Masetto ausgezogen sind, um den verhassten Kavalier umzubringen. Der maskierte Giovanni aber spielt seine Rolle als Leporello so überzeugend, dass ihm der dumme Masetto schließlich sogar die Waffen aushändigt, was Giovanni erlaubt, ihn tüchtig zu verprügeln. Zerlina vernimmt Masettos Schmerzensschreie und eilt ihm zu Hilfe. Sie tröstet ihn, und die beiden versöhnen sich. Inzwischen werden Leporello, der immer noch seinen Herrn mimt, die Zuwendungen Elviras zunehmend lästiger. Er versucht sie im Dunkeln abzuschütteln, läuft dabei aber geradewegs in die Arme der Verfolger Don Giovannis. Auch sie halten ihn für den Verführer und fordern seinen Tod. Allein Elvira fleht um Gnade für ihren »Gatten«. In höchster Not gibt sich Leporello zu erkennen und nützt die allgemeine Verwirrung zur Flucht. Nun ist auch Ottavio von Giovannis Schuld überzeugt und schwört feierlich, nur »als Bote von Blut und Tod« zurückzukehren. Nach einem weiteren missglückten Liebesabenteuer hat sich der inzwischen von allen gejagte Verführer auf einen Friedhof gerettet, wo er seinen ebenfalls flüchtigen Diener trifft. Während sie sich ihre Kleider zurückgeben, erzählt Giovanni lachend von seinem Missgeschick. Da ertönt die Stimme der steinernen Statue des hier begrabenen Komturs und mahnt den Frevler zur Ruhe. In seinem Übermut lädt Giovanni die Statue zum Abendessen ein, worauf diese zustimmend ihr steinernes Haupt senkt. Unterdessen versucht Ottavio ein weiteres Mal vergeblich, Annas Einwilligung zu einer Heirat zu erlangen. Sie vertröstet ihn mit dem Hinweis, um ihren Vater trauern zu müssen. Am Abend speist Giovanni allein an einem reichgedeckten Tisch, während einige Musiker bekannte Stücke aus zeitgenössischen Opern spielen und Leporello heimlich ein Stück Fasan hinunterschlingt. Die heitere Stimmung wird durch Elviras ungestümen Auftritt gestört, die ihren treulosen Gatten erneut bedrängt, sein lasterhaftes Leben zu beenden. Als sie unverrichteter Dinge wieder aufbricht, sieht sie entsetzt von weitem den steinernen Gast nahen, der tatsächlich der Einladung Giovannis gefolgt ist. Als er mit seiner mächtigen Faust gegen die Tür klopft, verkriecht sich Leporello in Todesangst unter dem Tisch. Don Giovanni kennt keine Angst; er öffnet die Tür und bittet den seltsamen Gast zu Tisch. Dieser verweigert die irdische Speise, fordert Giovanni aber bei seiner Ehre auf, ihm den fälligen Gegenbesuch zu erweisen. Furchtlos willigt der Verführer ein und hält der Statue zum Pfand die Hand hin, die sie jedoch erbarmungslos zudrückt. Sie mahnt den Frevler, nun endlich zu bereuen, doch Giovanni verharrt trotz schrecklicher Qualen in ungebrochenem Stolz und schleudert dem Standbild sein Nein entgegen, bis ihn höllische Feuerschwaden verschlucken. Giovannis sterbliche Widersacher kommen zu spät. Ohne eine Spur von Mitleid, vielmehr mit Genugtuung und Freude nehmen sie Leporellos Schreckensbericht entgegen. Da ihr gemeinsamer Feind nun beseitigt ist, gibt es für sie keinen Grund mehr, noch länger zusammenzubleiben. Donna Anna erbittet sich von Ottavio ein weiteres Jahr Bedenkzeit, Donna Elvira geht ins Kloster, die Bauern eilen zum Essen nach Hause und Leporello ins Wirtshaus, um dort nach einem »besseren Herrn« Ausschau zu halten.